Unter der Woche, irgendwo in einem Zug: „Seufz, immerhin ist schon Mittwoch, nur noch zwei Tage, dann ist endlich Wochenende!“
Am Freitag-Nachmittag, irgendwo in einem Grossraumbüro: „Noch zwei Stunden, dann ist endlich Feierabend! Wochenende, ich komme!“
Jeden Sonntag-Abend auf DRS3: „Leider neigt sich das Wochenende schon wieder seinem Ende entgegen. Nun ist alles erlaubt, ausser an Montag denken. Zögert mit uns den Wochenbeginn noch ein wenig hinaus!“
etc. etc. etc.
Ist denn Arbeiten wirklich fast für die ganze Bevölkerung negativ, mühsam, anstrengend, langweilig, stressig – und damit etwas, was man möglichst rasch hinter sich bringen muss?
Oder umgekehrt gefragt: Ist denn das Wochenende immer nur so toll, schön, lustig, abwechslungsreich, entspannend – und damit etwas, was man möglichst verlängern muss?
Okay, ich habe das Glück, selbständig zu sein und damit bei der Arbeit in den allermeisten Fällen etwas zu tun, was ich wirklich tun will und das mir Spass macht. Und ich kann mir meine Arbeitszeit unter der Woche ziemlich flexibel einteilen – um z.B. während des Tages Sport zu treiben. Dafür sitze ich aber halt auch mal am Wochenende an den Laptop – ohne gleich frustiert zu sein. Wenn man sich aber landauf, landab ein bisschen umhört, hat man wirklich das Gefühl, zwischen Arbeit und Wochenende klaffe ein riesiger Graben, eine unüberbrückbare Grenze zwischen schlecht/gut und negativ/positiv. Haben diese Leute nie Spass bei der Arbeit? Haben diese Leute nie ein mieses Wochenende?