Was ist ein Volksentscheid wert?

Die Stadtberner mussten bereits letztes Jahr im Baldachin-Fall realisieren, dass der persönliche Spleen eines Denkmalpflegers mehr wert ist als ein demokratisch gefällter Entscheid. Nun lese ich folgenden Artikel bezüglich der Minarett-Streitigkeiten:

Doch der Regierungsrat winkt ab: «Regelungen, wonach über konkrete Bauvorhaben an der Urne abgestimmt werden muss, sind verfassungswidrig.» Baugesuche könnten nur mit einer rechtlichen Begründung abgelehnt werden, ein Volksentscheid reiche dafür nicht aus.

Ich will mich hier überhaupt nicht mit den Minarett-Gegnern solidarisieren, im Gegenteil, und es geht auch nicht um das konkrete Sachgeschäft: Aber wie kann es in einer funktionierenden Demokratie sein, dass ein Volksentscheid für etwas nicht ausreicht? Der Volksentscheid ist doch die oberste Ebene überhaupt? Sind wir jetzt schon so weit, dass die Gesetze mehr wert sind als ein Volksentscheid? Meiner Auffassung nach erlassen wir Gesetze, damit das tägliche Miteinander geregelt ist. Wenn sich aber die Mehrheit des Volkes für etwas entscheidet, was gesetzlich anders geregelt ist, dann muss doch der Volksentscheid gelten. Denn wer erlässt schlussendlich die Gesetze? Genau, noch immer das Volk.

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