The Paradox of Choice: Mehr ist weniger…

Prof. Barry Schwartz hat ein vielbeachtetes Buch zum Thema „The Paradox of Choice – Why More Is Less“ geschrieben. Gestern stolperte ich per Zufall über dieses Video, wo er an einer Google-Veranstaltung einen Vortrag zu diesem Thema hält. Dies sind seine Thesen:

In den letzten Jahrzehnten haben die Menschen immer mehr Wahlmöglichkeiten erhalten, sei es im Supermarkt, beim Telefonanbieter oder grundsätzlich bei der persönlichen Lebensgestaltung. Die gängige Meinung lautet, dass mehr Wahlmöglichkeiten mehr Freiheit und damit letztendlich mehr Wohlstand bedeutet. Prof. Schwartz‘ Theorie lautet, dass dies nur bis zu einem gewissen Grad stimmt und dann diese Korrelation negativ wird. Zuviel Auswahl führt zu drei negativen Folgen:

  • Paralyse: Vor lauter Auswahl wähle ich am Schluss gar nichts mehr, da ich mich nicht entscheiden kann und Angst habe, das falsche zu wählen.
  • Simplifizierung: Da ich gar nicht mehr alle Optionen bewerten und vergleichn kann, vereinfache ich meine Auswahlkriterien und treffe damit tendenziell schlechte Entscheidungen.
  • Unzufriedenheit: Ich kann meine Auswahl gar nicht geniessen, da ich immer davon ausgehen muss, mich falsch entschieden zu haben und dass eine andere Wahl noch besser gewesen wäre.

Prof. Schwartz untermauert dies mit sehr interessanten Studien: Zum Beispiel degustieren in einem Supermarkt mehr Kunden ein Produkt, wenn sie nur 6 zur Auswahl haben statt 24. Speed-Dating-Kandidaten fühlen sich erfolgreicher, wenn sie nur 6 statt 12 mögliche Partner treffen. Oder Mitarbeiter zahlen umso weniger Geld ihrer beruflichen Vorsorge in einen Anlagefonds, je mehr dieser Fonds sie zur Auswahl haben.

Ich empfehle euch wärmstens, den Vortrag von Prof. Schwartz anzuschauen (oder natürlich sein Buch zu lesen). Gerade als Perfektionist (siehe mein Blog-Titel…) neigt man dazu, ständig alles optimieren zu wollen und sich nie mit der aktuellen Wahl zufrieden zu geben. Dies führt aber zu einer latenten Unzufriedenheit – welche m.E. aber auch wieder Motivation für Innovation ist/sein kann. Sehr interessant ist seine Theorie aber auch für alle, welche ein Produkt, eine Website, einen Blog oder was auch immer verbessern wollen: Zuviele Features und Wahlmöglichkeiten verunsichern tendenziell den Besucher/Kunden und lassen ihn unzufrieden zurück.

3 Antworten to “The Paradox of Choice: Mehr ist weniger…”

  1. Mega-Stoffel Says:

    Qual der Wahl

    Die Qual der Wahl ist nicht nur ein schicker Reim – sondern auch ein geflügeltes Wort in der deutschen Sprache. Barry Schwartz hat sich auch mal ein paar Gedanken darüber gemacht. Das ist jetzt natürlich etwas untertrieben. Er ist Professor für Psy…

  2. Wird Glück überbewertet? « Whosty's Blog Says:

    […] (Auszug aus dem Blog des Perfektionisten.) […]

  3. Wird Glück überbewertet? - Whosty blog Says:

    […] (Auszug aus dem Blog des Perfektionisten.) […]

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