Der Unterschied zwischen Blogs und Pornos?

Im Digitalk 29 vom Tagi diskutieren Roger Zedi und Matthias Schüssler mit Peter Hogenkamp von Blogwerk.com und Remo Uherek von Trigami über Paid Blogging und generell über kostenpflichtige Inhalte im Internet. Peter meint, dass der Internetnutzer nicht für Inhalte zahlen will, da meistens ein ähnlicher Inhalt irgendwo im Netz kostenlos zur Verfügung steht. Seines Erachtens kann man nur exklusiven Content, der aber trotzdem viele Leute interessiert, im Internet kostenpflichtig anbieten. Deshalb zahlen die Internetnutzer „nur für das Wall Street Journal und für Porno“.

Soweit so gut, dieser Aussage stimme ich zu. Leider ist damit die Geschichte noch nicht zu Ende gedacht: Porno gab es eben noch nie wirklich gratis*, das Anbieten desselben war immer ein (notabene sehr lukratives) Business. Ganz anders die Blogs, welche als Vorläufer des Mitmach-Webs (sorry, dieser peinliche Ausdruck musste wieder mal sein), geradezu die Demokratisierung der Medien und damit von redaktionellem Inhalt zum Ziel haben – und genau deshalb ihr finanzielles Grab geschaufelt haben. Ich rede hier nicht von verkappten Tagebüchern, wo einsame Menschen ihre täglichen Sorgen bloggen. Aber Blogs wie Blogwerk machen mit ihrem hochwertigen Content (Kompliment an dieser Stelle), der kostenlos verfügbar gemacht wird, ihren eigenen Markt kaputt. Auch traditionelle Zeitungen bieten immer mehr Content gratis an; diese sehen das aber als Verkaufsförderungsmassnahme und ihren Internetauftritt (vielleicht fälschlicherweise) nicht als Einnahmequelle.

In Analogie zu Friedrich Dürrenmatt’s Bonmot „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden“ müssen wir vielleicht schlussfolgern: Was irgendwo im Internet kostenlos verfügbar ist, kann nirgendwo mehr kostenpflichtig angeboten werden!

*) Experten mögen mich korrigieren😉

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